L'expérience néo-libérale allemande dans le contexte international des idéesby Pierre André Kunz; W. Röpke

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  • L'exprience no-librale allemande dans le contexte international des ides by Pierre AndrKunz; W. RpkeReview by: O. v. Nell-BreuningFinanzArchiv / Public Finance Analysis, New Series, Bd. 24, H. 1 (1965), pp. 182-183Published by: Mohr Siebeck GmbH & Co. KGStable URL: http://www.jstor.org/stable/40909876 .Accessed: 12/06/2014 22:53

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  • 182 Be8prechungen

    standigen. 2. Allerdings ist die Kapitalintensitat (Kapitaleinsatz je Arbeitsplatz) gestiegen, gleichzeitig aber ist der Kapitalkoeffizient (capital-output-ratio) be- trachtlich gesunken; daher ist zu vermuten, daB im Gegenteil heute die Umsatz- gewinne einen groBeren Anteil am ,,Unternehmergewinn" ausmachen und der An- teil des Kapitaleinkommens zuriickgedrangt worden ist. - Sp.a 2. Teil: ,,Volkswirt- schaftliche Grundlagen einer rationalen Lohnpolitik" (107-164) halt sich von Pole- mik frei und vermittelt dem Leser - vielfach in didaktisch sehr geschickter Form - wirklich wertvolle Erkenntnisse. Von der ,,produktivitatsorientierten Lohnpolitik" hat Sv. sich allerdings immer noch nicht ganz freigekanrpffc (134, Anm. 6): im iibri- gen aber kann man ihm weitgehend folgen.

    0. v. Nell-Breuning 8.J.

    Pierre Andre Kunz: Inexperience neo-liberale allemande dans le contexte international des idees, avec une preface de W. Ropke. gr. 8. Lausanne 1962. Librairie Payot. 215pp. Kunz ist Schiiler von Bopke und hat mit dieser ,,These" bei ihm promoviert.

    Seinem Lehrmeister getreu, entwirft er eine Schwarz-WeiB-Zeichnung: ,,schwarz" der Marxismus-Sozialismus-Keynesianismus, der Dirigismus mit Planwirtschaffc, Vollbeschaffcigung um jeden Preis und Politik des leichten Geldes, mit einem Wort: ,,Inflation", und das alles ist im Grunde genommen ein einziger verabscheuenswerter Komplex; ,,weiB" die wettbewerblich verfaBte Marktwirtschaffc mit straff gef iihrter, in den Handen einer von politischen Einfliissen unabhangigen Zentralbank liegender Geldpolitik, die auch vor einer Aufwertung nicht zuruckschreckt, um den Binnen- wert der Wahrung aufrecht zu erhalten, womit letzten Endes auch wirtschaftliches Wachstum und Vollbeschaftigung am besten gesichert sind.

    Worin genau der Neoliberalismus vom Palaoliberalismus sich unterscheidet, welches genau die neoliberale Konzeption des Wettbewerbs ist (Seite 43 erscheint einmal als ,,principe ^conomique de base" dieses: ,,obliger les partenaires ^conomi- ques a agir comme s'ils taient dans une situation de concurrence parfaite"), schlieBlich, wodurch eine Marktwirtschaffc sich als ,,soziale Marktwirtschaft" quali- fiziert, das alles kommt bei K. nicht klar heraus. - Wie dem auch sei, seit dem Wah- rungsschnitt 1948 sei die Wirtschaffcspolitik der BRD dieser reinen Lehre gefolgt, wenn sie auch nicht vermocht habe, sie immer in voller Reinheit zu verwirklichen. Der glanzende wirtschaftliche Wiederaufstieg Westdeutschlands sei dem unbeirrten Festhalten an dieser Wirtschaffcspolitik zu verdanken und erweise damit die neo- liberale Lehre als richtig. Alles dies, das den 1. Hauptteil der iLschen ,,These" aus- macht, ist schon unzahlige Male gesagt worden und wird hier nur wiedergegeben, um kenntlich zu machen, auf welchem Boden der wirklich interessante 2. Hauptteil aufbaut: ,,LJexp^rience n^o-lib^rale allemande jugeV': Wie hat die Welt, die bose, vom Marxismus-Keynesianismus verseuchte Welt, sich mit diesem argerlichen Fall auseinandergesetzt? Mit FleiB und Umsicht hat K. das umfangreiche Schriffctum gesichtet; seinen Bericht gliedert er in der Hauptsache nach Zeitraumen (die Studie ist bis Ende 1961 gefiihrt, das Buch 1962 erschienen, leider vom Verlag erst 1964 zur Besprechung angeboten worden); in besonderen Abschnitten werden behandelt ,,L'6conomie sociale du marched vue de TEst" (163-171), ,,La politique allemande jug^e par les organismes internationaux" (172-182), ,,L'6conomie sociale du march6 devant la pens^e chr&ienne" (182-190). - Den Einwand, die Wirtschafbspolitik der BRD seit 1948 habe grundlegenden neoliberalen Thesen zuwidergehandelt, konne man, so meint K., nur entgegen der eigenen besseren Einsicht erheben; dieses Ver- dikt trifffc daher auch die ihm laut Schriffctumsverzeichnis bekannten, allerdings nicht ausgewerteten Gutachten des Wirtschaftswissenschaftlichen Beirats, die immer wieder die inneren Widerspriiche dieser Politik riigten und eine bessere Koordinierung forderten. Wenn K. iiber die Kassandrarufe, die den (baldigen, volli- gen) Fehlschlag unseres Wiederaufbaus voraussagten, seinen Spott ausgieBt, so ist das eher verzeihlich, denn sie sind in der Tat schlagend widerlegt worden. Ganz und

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    gar nicht hingenommen werden kann es dagegen, daB er Andersdenkende als lacher- liche Toren hinzustellen liebt, gelegentlich ihnen sogar den guten Glauben abspricht, aber die Schwarz-Weifi-Zeichnung seines 1. Hauptteils verfuhrt ihn dazu.

    Dort, wo K. sich mit der christlichen Soziallehre auseinandersetzt, vermeidet er erfreulicherweise diese Unart, erliegt aber insofern einem sachlichen Irrtum, als er die Vertreter der katholischen Soziallehre oder doch gewichtige Reprasentanten dieser Lehre als Anhanger des Dirigismus, speziell eines autoritar-dirigistischen ,,Korporativismus", am Ende gar faschistischen Typs ( !), und folgerecht als Gegner der Verkehrswirtschaft ansieht. Vielleicht ubernimmt er diesen Irrtum von dem mehrfach von ihm zitierten Amerikaner P. Boarman, der den deutschen Katholiken eine solche Meinung zuschreibt und daher wahrend seines Aufenthalts in Deutsch- land den gegenstandslosen Versuch machte, sie davon abzubringen. Bei richtigem Selbstverstandnis miisse der Christ, so meint K., (Neo-)Liberaler sein, und beruft sich dafur (188) auf ein von Ropke gern gebrauchtes Wort von A. de Tocqueville: ,,Un chretien, c'est un liberal qui s'ignore". DaB man iiberzeugter Anhanger einer frei- heitlichen und insbesondere wettbewerblichen Verkehrswirtschaft sein, zugleich aber aus philosophischen oder okonomischen Griinden den Neoliberalismus ablehnen konne, daftir ist in K.s Schwarz-WeiB-Zeichnung kein Raum. - Wenn K. meint (185), die Enzyklika ,,Mater et magistra" (1961) stehe (neo-)liberalen Auffassungen noch naher als ,,Quadragesimo anno" (1931), so trifft eher das Gegenteil zu. Staats- beteiligung an der Wirtschaft durch offentliche Unternehmen und Staatseingriffe in den WirtschaftsprozeB spielen in ,,Mater et magistra" (ZifFer 54-58, 99, 117, 131-135, 150) eine Rolle, die Quadragesimo anno" durchaus fremd ist.

    Weil ich einmal der Marktwirtschaft nachgeruhmt habe, sie komme mit einem MindestmaB an Moral aus, bringt K. mich mit leichtem Tadel an die Seite von Hayek (186, Anm. 2) und halt mir Ropke entgegen, daB der ,,plus prudent" auch fur denWett- bewerb eine aus meta-okonomischen Quellen gespeiste ,, reserve de morale" fordere. Das, was ich meine, hat Franz Bohm einmal sehr treffend und unmiBverstandlich so ausgedriickt : Die Marktwirtschaft, die dem Menschen in weitem Umfang gestattet, sein Eigeninteresse zu verfolgen, f iihrt ihn viel weniger in Versuchung als die Zwangs- wirtschaft, die standig von ihm verlangt, seinem Eigeninteresse zuwiderzuhandeln. Darin einen Vorzug der Marktwirtschaft zu erblicken, scheint mir kein moralischer Zynismus zu sein.

    Dem deutschen Leser die Ergebnisse der fleiBigen Forschung K.s in knapper Form unter Verzicht auf Lobreden und Seitenhiebe in Ubersetzung zuganglich zu machen, wiirde sich lohnen.

    0. v. Nell-Breuning 8.J.

    Lohnpolitik und Vermogensbildung; Frankfurter Gesprach der List Gesell- schaft 29.-30. 11. 1963; Protokolle und Gutachten, hrsg. von Ekkehard Stiller, gr. 8. Tubingen 1964. Kyklos Verlag, Basel, und J.C.B. Mohr (Paul Siebeck). 261 Seiten. Die List Gesellschaffc hat sich ein groBes Verdienst erworben, indem sie eine

    Reihe wirklich kompetenter Fachleute zu einem wissenschaftlichen Gesprach iiber das Thema ,,Lohnpolitik und Vermogensbildung" zusammenrief, woriiber so viel unsachliche, vielfach vom Wunschdenken beherrschte Diskussion im Gange ist. Auch in diesem Frankfurter Gesprach vom 29.-30.11.1963 gelang es keineswegs, allgemeine t)"bereinstimmung zu erzielen. Nichtsdestoweniger tragt es sehr zur KJarung bei, denn man sieht nunmehr sehr gut, von welch verschiedenen Ausgangs- positionen her man das Problem angeht, welche verschiedene bewuBte oder unbe- wuBte, offen erklarte oder stillschweigend als selbstverstandlich angesehene Voraus- setzungen dabei gemacht werden, schlieBlich auch, was im Konm'ktsfall als vorzugs- wiirdig angesehen wird, z.B. rasches Wachstum oder gerechtere Verteilung des Sozialprodukts oder Stabilitat des Preisniveaus (223, Anm. 3). So gilt zweifellos auch fur den Leser dieses Berichts, was der Vorsitzende der List Gesellschaft im SchluBwort der Tagung sagte: ,,Keiner unter uns, der bei dieser Tagung nicht etwas

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    Article Contentsp. 182p. 183

    Issue Table of ContentsFinanzArchiv / Public Finance Analysis, New Series, Bd. 24, H. 1 (1965), pp. 1-192Front MatterZur Harmonisierung ffentlicher Ausgaben in einem Gemeinsamen Markt [pp. 1-33]Das Finanzmonopol als Quelle finanzpolitischer Integrationssch wierigkeiten [pp. 34-50]Zur Frage der wachstumspolitischen Effizienz eines rationalen Steuersystems [pp. 51-69]Der letzte klassische Deckungsgrundsatz [pp. 70-83]ChronikBritish Budgetary Policy 1963/64 [pp. 84-96]Les Finances Publiques de la France de 1961 1964 [pp. 97-114]

    LiteraturZur Diskussion Ursprungs- versus Bestimmungslandprinzip [pp. 115-125]Das Werk Oskar Andersons [pp. 126-130]

    BesprechungenReview: untitled [pp. 131-133]Review: untitled [pp. 133-135]Review: untitled [pp. 135-136]Review: untitled [pp. 136-137]Review: untitled [pp. 137-137]Review: untitled [pp. 138-139]Review: untitled [pp. 139-141]Review: untitled [pp. 141-143]Review: untitled [pp. 143-143]Review: untitled [pp. 143-147]Review: untitled [pp. 147-148]Review: untitled [pp. 148-149]Review: untitled [pp. 149-150]Review: untitled [pp. 150-150]Review: untitled [pp. 151-152]Review: untitled [pp. 152-153]Review: untitled [pp. 153-153]Review: untitled [pp. 153-155]Review: untitled [pp. 155-156]Review: untitled [pp. 156-158]Review: untitled [pp. 158-158]Review: untitled [pp. 159-160]Review: untitled [pp. 160-161]Review: untitled [pp. 161-161]Review: untitled [pp. 162-163]Review: untitled [pp. 163-163]Review: untitled [pp. 164-164]Review: untitled [pp. 164-164]Review: untitled [pp. 164-170]Review: untitled [pp. 170-171]Review: untitled [pp. 171-171]Review: untitled [pp. 172-172]Review: untitled [pp. 172-173]Review: untitled [pp. 173-174]Review: untitled [pp. 174-175]Review: untitled [pp. 175-176]Review: untitled [pp. 176-177]Review: untitled [pp. 177-177]Review: untitled [pp. 178-178]Review: untitled [pp. 178-180]Review: untitled [pp. 180-181]Review: untitled [pp. 181-182]Review: untitled [pp. 182-183]Review: untitled [pp. 183-184]Review: untitled [pp. 184-184]Review: untitled [pp. 185-186]Review: untitled [pp. 186-188]Review: untitled [pp. 188-189]Review: untitled [pp. 190-191]Review: untitled [pp. 192-192]